Nextcloud Deck als alternative zu Trello oder Zenkit

Bei Nextcloud Deck handelt es sich um eine App für Projekt- und Aufgabenmanagement im Kanban-Stil. Anfangs sah ich die App mehr als Spielrei denn für ernsthaftes arbeiten an, aber mittlerweile hat sich meine Meinung geändert. Nextcloud Deck kann für kleinere bis mittlere Projekte durchaus mit Software wie Trelle oder Zenkit konkurrieren. Und ehrlich gesagt: Für große Projekte halte ich keinen der Drei für geeignet …

Was kann Nextcloud Deck?

Möglich sind typische Kanban-Boards, und diese Aufagabe mach Nextcloud Deck gar nicht schlecht. Aufgaben werden auf (virtuellen) Karten geschrieben, die in verschiedene Listen, die wiederum in Deck einsortiert werden. Zu jeder Karte besteht die Möglichkeit, Text hinzuzufügen, Labels zu vergeben, Dateien anzufügen und ein Ablaufdatum festzulegen.

Interessant wird es jedoch in Verbindung mit anderen Apps der Nextcloud. So ist Deck nicht eine isolierte App, sondern integriert sich mit anderen Programmen der Nextcloud. So ist natürlich das teilen von Aufgaben oder ganzer Decks möglich (auch in Circles), über das Kommentarsystem kann diskutiert werden, oder über den Activity Stream können Änderungen nachverfolgt werden. Größtes Plus: Ein Board, eine Karte oder eine Datei kann auch Teil eines Projektes werden.

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Nextcloud Deck auf dem Handy

Wichtig ist natürlich nicht nur eine Bearbeitung im Browser, sondern auch mobil unterwegs. Und auch hier tat sich viel: Für Android ist eine eigene mobile App sowohl im Play-Store als auch bei F-Droid vorhanden, an der kräftig entwickelt wird. Die Android-App bietet unter anderem fast alle Möglichkeiten der App wie im Browser gewohnt. Zusätzlich ist die Arbeit mit verschiedenen Accounts möglich, außerdem kann auch offline gearbeitet und später synchronisiert werden. Zudem wurde mit Version 1.4 angefangen, Widgets auf dem Homescreen anzulegen.

Nextcloud Deck in der Praxis

Bei mir persönlich versuche ich längerfristige Kunden von Nextcloud Deck zu überzeugen. Dazu habe ich die Spalten ‚Wünsche‘, ‚ToDo‘, ‚In Arbeit‘ und ‚Erledigt‘. Über ‚Wünsche‘ kann der Kunde selbst Vorschläge unterbreiten, über die anderen Decks sieht er jeweils welchen Fortschritt sein Projekt macht. Hat man seinen Kunden erst einmal dazu gebracht, darüber Wünsche einzutragen, erleichtert es vieles: Erst einmal fallen viele Kanäle wie Mail, Telefon oder (für mich immer die schlimmsten) Whatsapp weg. Außerdem: Indem der Kunde fokussiert seine Wünsche äußert, drückt er sich bei der Formulierung so meistens schon vieles eindeutiger aus und in Folge sind weniger Rückfragen nötig.

Eine befreundete größere WG organisiert z.B. alles über Nextcloud Deck und möchte es nicht mehr missen.

Alternativen zu Nextcloud Deck

Zenkit

Zenkit ist für bis zu drei Nutzer kostenlos, darüber kostet es ab 9€ pro Nutzer. Farbige Items oder Nutzerrollen sind in der freien Version nicht möglich. Vorteil: Es ist ein deutscher Anbieter der auch in Deutschland hostet und rühmt sich mit der Einhaltung der DSGVO. Während sich Zenkit als Alternative zu Trello vermarktete, gibt es sich nun nach Einstellung der App ‚Wunderlist‘ als Alternative dazu an. Was mir etwas sauer aufstößt, ist der sehr werbliche Artikel in der Wikipedia über Zenkit, der sieht für mich persönlich schon sehr gekauft aus: Wenn als Beleg (was bei Wikipedia ja Voraussetzung ist) ein PR-Portal (Pressesprecher) und eine durch fehlendes Wissen glänzende (Werbe-)Vergleichsseite dient – finde das hätten die gar nicht nötig.

Trello

Trello ist in der kostenlosen Version auf maximal 10 Team-Boards beschränkt, welches für viele kleinere Aufgaben schon ausreichend sein sollte. Darüber kostet es dann 9.99$ pro Nutzer. Nachteil: Es ist eine amerikanische Firma, in Sachen Datenschutz und DSGVO sieht es deshalb nicht so prickelnd aus.

Fazit

Nextcloud Deck ist eine Software mit den wesentlichen Funktionen, ohne mit vielen oft überflüssigen Funktionen zu verwirren. So kann man auch andere schnell von den Möglichkeiten überzeugen.

Als Firma würde ich Nextcloud auf jedem Fall Anbietern wie Trello oder Zenkit vorziehen, da ich finde, das interne Firmendaten bei externen Anbietern sowenig wie möglich gespeichert werden sollten.

Ich finde Julius Härtl schuf mit Decks eine klasse Software für Nextcloud, wie auch die Bewertung von ‚Sehr positiv‘ zeigt.

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