Mehrsprachige Seiten mit WPML und DIVI

Um eine WordPress-Seite mehrsprachig zu erstellen gibt es mehrere Plugins. Der Platzhirsch ist hier eindeutig WPML, daneben bieten die Plugins Polylang und auch Multilingual Press diese Möglichkeit. Geht es jedoch darum, eine mit einem Page-Builder erstellte Seite mehrsprachig zu gestalten, dann lichten sich die Möglichkeiten schnell und es bleibt eigentlich nur eine überzeugende Lösung übrig: WPML.

Es ist zwar angedacht, das in einer (sehr sehr weiten) zukünftigen Version WordPress von Haus aus mehrsprachige Seiten unterstützt. Allerdings ist dies nur eine Absichtserklärung, arbeiten daran haben noch nicht wirklich begonnen. Außerdem gehe ich davon aus, dass diese Mehrsprachigkeit nicht unter DIVI funktioniert, so bleibt auch in Zukunft nur der Griff nach WPML.

Für die Verwendung mit DIVI ist die mittlerer Version von WPML, „Multilingual CMS“, mindestens nötig. Sie kostet 79$ mit jährlicher Verlängerung dann 59$, alle Preise ohne Mehrwertsteuer.

Tipps:

  • WPML bietet eine automatische Übersetzung an. Was mir Anfangs nicht klar war: Es handelt sich nicht um ein kostenloses Feature. Anfangs sind nur 2000 Wörter zum übersetzen frei, danach muss man dafür zahlen. Die Preise halten sich aber in Grenzen, für 12000 Wörter kostet es ca. 12 Euro. Die Qualität der Übersetzung von Deutsch nach Englisch ist dabei meiner Ansicht nach eindeutig besser als die des Google Übersetzers.
  • Liest man verschieden Foren, so wird öfters berichtet das WPML teilweise ohne erkennbaren Grund Seiten zerschießt (auch bei mir, siehe unten). Darum als Regel: Backups, Backups, Backups!

Was nicht funktioniert:

  • Änder man etwas in der Divi-Bibliothek, so erkennt das WPML nicht automatisch. Auf jeder Seite, in welcher Elemente der Bibliothek eingefügt sind, müssen diese per Hand einzeln übersetzt werden. Besonders ärgerlich z.B. bei einem Footer, der als Bibliothek abgespeichert wurde. Tipp: Darum sollte man die Webseite erst in eine andere Sprache übersetzen, wenn man mit der deutschen Version restlos zufrieden ist.
  • Unter Vorbehalt mit drei Fragezeichen: Auf einer Kundenseite ist es mir jetzt wiederholt passiert, dass eine Seite auf einmal komplett weg war. Genauer gesagt war die übersetzte Seite noch vorhanden, die ursprünglich Deutsche aber komplett weg. Selbst alte Versionen der Seite waren nicht mehr wiederherstellbar. Möchte jetzt nicht unterstellen das es an WPML in Verbindung mit DIVI lag, da ich der Ursache noch nicht auf dem Grund gegangen bin. Andererseits gibt es auf der Seite nur wenig andere Plugins, es scheint also doch an WPML zu liegen. Zumindest werde ich als Absicherung bei sämtlichen Seiten mit WPML und Divi an denen ich arbeite, ein automatisches Datenbank-Backup von einer Stunde einstellen.

Fazit

WPML mit DIVI ist gut für Webseiten die sich nach Fertigstellung nicht mehr ändern bzw. nur noch mit weiteren Seiten ergänzt werden. Die große Stärke von DIVI ist jedoch die Möglichkeit, schnell das Layout zu ändern.. Gerade in Verbindung mit Bibliotheken kann man so das Aussehen der ganzen Seite in kürzester Zeit verändern. DIese Bibliotheks-Änderungen werden jedoch von WPML nicht erkannt. Die große Flexibilität von DIVI ist dadurch hinfällig. Für mehrsprachige Webseiten, auf denen abzusehen ist, dass sie auch geändert werden müssen (und welche Webseite wird das nicht?), rate ich persönlich von DIVI ab.